Samstag, 14. April 2012

Montags geschlossen

             
Als ich mich neulich Montagsmorgens, in einem entzückenden, kleinen Hotel mit hübschen, englischen Möbeln mitten in Düsseldorf befand, überlegte ich sehr angestrengt, wie das jetzt eigentlich gehen sollte, den Tag so ganz alleine hier zu verbringen, wo ich das doch gar nicht gewöhnt bin.
Anläßlich einer Geschäftsreise von Herrn Stark hatte ich mir nämlich kurzfristig frei genommen und war mit ihm mitgefahren und dachte jetzt in diesem reizenden, englischen Frühstückszimmer darüber nach, warum ich das grade so verflixt schwierig fand, nun einen ganzen Tag lang tun und lassen zu dürfen, wozu ich Lust hatte.
(Herr Stark war bereits um halb acht in Richtung Geschäftstermin aufgebrochen und wurde erst abends gegen achtzehn Uhr hier zurück erwartet.)
Vielleicht lag es daran, mutmaßte ich, daß ich aus einer großen Familie komme, in der es so etwas wie „alleine sein“ niemals gab. Oder es lag daran, daß ich als Team-Assistentin ebenfalls so gut wie nie alleine bin. Oder an Beidem.
Möglicherweise definiere ich mich auch eher über Andere, über meine jeweiligen Gegenüber quasi, so wie man auf einem Negativ-Foto das wichtigste sozusagen immer nur an den undefinierbaren, weißen Flecken auf dem dunklen Hintergrund erkennt.
Aber weder eine ausschweifende Analyse, noch eine bahnbrechende, psychologische Theorie würden mich hier jetzt weiter bringen.
Hier war heute Praxis angesagt. Schließlich hatte das Frühstück alleine doch auch grade geklappt.
Außerdem hatte ich drei wichtige Missionen heute. Erstens mußte ich einen neuen Brillenstöpsel besorgen, weil ich eben einen verloren hatte, zweitens mußte ich ins Keramik-Museum und drittens, wollte ich Inspirationen sammeln.






 
Mist! – … das Keramik-Museum hat montags geschlossen.
Damit war diese Mission dann auch schon gleich wieder beendet. Vielleicht konnte ich stattdessen in den Hofgarten gehen? … und im Anschluß daran kurz im Theatermuseum vorbei schauen … und mir unterwegs noch schnell das Schlaf-Shirt kaufen, daß ich vergessen hatte mitzunehmen?




 
Also … das Theatermuseum ist montags auch geschlossen, ebenso wie dieser wunderschöne Garten am Künstlerverein (sinnigerweise auch „Malkasten“ genannt) und inzwischen taten mir auch ganz schön die Füße weh. Ich brauchte also dringend mal ein Päuschen, einen Kaffee, einen Sitzplatz und einen Blick in den Reiseführer.
Aha, der Kunstpalast war montags auch geschlossen. Das ist ja nun inzwischen nichts Neues mehr. Vielleicht das Goethe-Museum? - Montags geschlossen. Aber hier, das Schifffahrtmuseum im Schlossturm klingt spannend … und ist leider montags geschlossen …, wie wäre es mit dem Palais Wittgenstein? Im Hinterhof befindet sich das Marionettentheater. Oder das Heinrich Heine Institut … oh … montags geschlossen. Also dann auf in Richtung Königsallee, oder? 
Aber was tun, wenn die montags geschlossen ist?





Glücklicherweise war sie nicht geschlossen und es wurde ein sehr kurzweiliger Ausflug. Man, … äh … Frau kann nämlich Stunden brauchen, um von der Schadowstraße in die Königsallee zu kommen. So führte der kurzweilige Weg durch diverse hübsche Passagen und Geschäfte, die glücklicherweise Montags geöffnet haben, auf einen Sprung in die vierstöckige Buchhandlung, den reizenden, kleinen Schmuckladen und über die Kö zu einer kleinen Sitz- und Verschnaufpause in den weichen Sesseln eines Schuhgeschäftes, die versehentlich den Kauf eines hübschen Paar Stiefels nach sich zog.





Die nächste Sitzpause machte ich dann wohl besser bei Tchibo … aber vorher könnte ich doch noch schnell nach einer Gymnastikhose schauen und … ach, und da waren ja auch noch so hübsche Jacken, … 

Jedenfalls schaffte ich es grade noch, kurz nach sechs wieder zurück im Hotel zu sein und hatte mich tatsächlich keine Minute an diesem Tag alleine gefühlt … 



Stefanie
~*~

 

1 Kommentar:

  1. Die Fotos sind ja weltklasse, vorallem diese schönen Magnolien.

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